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Deutsche Gehörlosen Leichtathletikmeisterschaften 2019 am 31.05. / 01.06.2019 in Berlin-Lichterfelde

DER GSV WÜRZBURG HOLTE 18 MEDAILLEN NACH UNTERFRANKEN

 

Mit 6x Gold, 6x Silber und 6x Bronze kehrten die Gehörlose Leichtathleten aus der Hauptstadt Deutschland zurück.

Wegen eines Trauerfalls mussten leider 2 Familien kurzfristig absagen, dennoch war man bei den Wettkämpfen in Gedanken bei Ihnen.

Unser Neumitglied – Familie Kirk – nahm zum ersten Mal an einer Leichtathletik-Meisterschaft teil. Vater Shane Kirk wollte sich nach langer Zeit wieder einmal unter Beweis stellen. Die letzten Wettkämpfe waren im Hauptschulalter. 4x unter die Besten 8 aus ganz Deutschland ist ein toller Erfolg. Es hat ihm reichlich Spaß gemacht. Spaß? Eher nur bis zum 400m Finale, wodurch er sich eine Muskelverhärtung erwischte. Trotz allem machte er weiter und gab nicht auf.

 

Unser größter Athlet Memphis Rathke kämpfte gegen die Münchener. Es war zum Verzweifeln, ständig auf den undankbaren 4. Platz zu landen. Doch, das soll nicht alles sein. Im letzten Wettbewerb – Kugelstoßen – das mit deutlicher Zeitverspätung begann, begann für ihn ein guter Wettkampf zu werden. Memphis holte erstmals die Goldmedaille vor den 4 Münchener und war sichtlich erleichtert. Vielleicht ist Wurf seine Spezialdisziplin?

Bei den männlichen Kinder U10 waren viele Kinder am Start. Hier war man sich einig, dass diese Altersklasse schwer sein wird. Im 50m bewies unser schnellster Sprinter Elias Thomas seine Fähigkeit und sprintete auf den 2. Platz vor Malte Hopf (4) und Keanu Kirk (6). In der Langstrecke war dies anders. Hier bewies Malte Hopf seine Ausdauerqualitäten, die er eine Woche zuvor geübt hatte und wurde dritter (seine ersehnte Medaille) vor Keanu (4) und Elias (6). Im Weitsprung war es ein Kopf an Kopf springen. Bessere Sprungfähigkeiten hatte Elias, der dritter vor Keanu (5) und Malte (6) wurde. Im Schlagball konnte keiner eine Medaille schnappen. Dies muss nun beim Training weiter geübt werden.

Älteste Teilnehmerin unter allen Teilnehmern bei den DGM war Katja Hopf mit 45 Jahren und dennoch war sie in ihrer Wurfdisziplin unschlagbar. In Kugelstoße und in Diskuswerfen wurde sie Deutsche Meisterin und das, obwohl sie seit über 10 Jahren nicht mehr trainiert. 

Für Würzburg startete dieses Jahr Marlis Seibert, die im letzten Jahr noch für GSV München an den Start ging. Marlis fand in ihren Disziplinen nicht die Form und ärgerte sich sehr. „Das kann doch nicht sein!“, meinte Sie. Im vorletzten Disziplin und nicht in ihrer Stärke – dem Kugelstoßen – ging sie pessimistisch in den Ring. Vor dem letzten Versuch kam Trainerin Katja Hopf hinzu und motivierte sie. Sie erklärte, worauf sie achten solle und was was wichtig ist. Gesagt und getan, setzte Marlis dies um und stieß die Kugel so weit wie sie konnte. Im letzten Versuch erzielte sie eine Bestleistung und konnte doch noch die Bronzemedaille holen. So muss es sein!

Bei den weiblichen Kinder U12 war man klar, dass unsere Athleten die jüngsten im Feld waren, wären die anderen Kinder alle 1 Jahr älter waren. Dennoch war man positiv, denn Alesja trainierte fleißig und man rechnete mit einer Medaille. Doch das sollte so nicht sein. Alesja war super in Form und zeigte in allen Disziplin ihre Form. Zuerst holte sie die Silbermedaille im 50m Lauf, dann Bronze in 800m Lauf, sowie im Weitsprung. 3 Medaillen! Große Klasse! Die etwas schüchterne Marie Hess war zugleich traurig. Woran mag das liegen? Evtl. mit den neuen Schuhen oder das fehlende Training im Sportverein? Ein Training ist nun mal sehr wichtig und vielleicht sieht das deine Mutter genauso?

Unsere jüngsten männlichen Kinder u8 mussten Erfahrungen sammeln. Leider reichte es für Sean Kirk und Taavi Wildenhayn keine Medaillenränge. Taavi gehörte zu den jüngsten aller Kinder und vielleicht wird es nächstes Jahr besser?

Anders waren die jüngsten weiblichen Kinder u8 in dieser Altersklasse. Wir hatten 3 Athleten, die alle 2013 geboren sind und andere Athleten in dieser Altersgruppe waren ein Jahr älter und von der Körperstatur größer. Tessa Hopf wollte sich nicht unterkriegen lassen und bewies ihre Leistung in allen Disziplinen. Im 40m Sprint wurde sie zweiter mit einer beachtlichen Zeit. Ebenso zeigte sie im 400m Lauf ihre Leistungen und sprintete als zweiter ins Ziel, womit man überhaupt nicht gerechnet hatte. Doch der Höhepunkt war Weitsprung. So klein wie sie ist, sprang sie am weitesten und holte überraschenderweise die Goldmedaille. Unser Nachwuchsathlet für die Zukunft. Auch eine Medaille ergattern konnte Zwillingsschwester Ronja im Ballwurf, wo sie die Silbermedaille holte. Jüngste im Teilnehmerfeld war Emilie Eggert. Sie verpasste ganz knapp eine Medaille in der Einzeldisziplin.

Ungeduldig warteten unsere Athleten auf die Staffelwettkämpfe. Hier konnte man sicher sein, wenigstens eine Medaille zu holen. Doch, das war anders als erwartet. Alle 4x50m Staffelteams holten eine Medaille. Gold für unsere U10 Jungs in der Besetzung Elias Thomas, Tobias Schaub (Leihspieler), Keanu Kirk und Malte Hopf und Gold für unsere U8 Mädels, die in einer Altersklasse U10 starten musste. Die Mädels Sina Schaub (Leihspieler), Ronja Hopf, Emilie Eggert und Tessa Hopf holten den Sieg für sich. Silber holten unsere zweite U10 Staffelmannschaft in der Besetzung Taavi Wildenhayn, Niklas Kliemant (Leihspieler), Sean Kirk und Lizardo Gräf (Leihspieler). Auch unsere Athletin Marlis Seibert wurde als Leihspieler für den GSV München eingesetzt und konnte im 4x100m Staffel die Bronzemedaille holen.

Die Organisation vom Ausrichter war die schlechteste Organisation überhaupt. Es mangelte an jeder Ecke an Helfer, stattdessen saßen die Helfer im Zuschauerraum und verfolgten die LA-Meisterschaft, was für uns alle unverständlich war. Stattdessen setzten man Helfer von auswärtigen Vereinen (hauptsächlich GSV Würzburg und Kölner GSV). So etwas darf nicht mehr vorkommen.

Die Kampfrichter waren sehr streng. Das lag daran, dass die Kampfrichter mit der DGS Sparte LA nicht richtig an Informationen ausgetauscht haben. Hier wurden viele Disqualifikationen vergeben, mit der Begründung, dass auf den Bahnen kein Trainer/Betreuer hätte sein dürfen. Das ist zum Leid des Athleten, das überhaupt nichts dafür kann. In so einem Fall sollte man lieber eine Strafe an den Trainer/Betreuer vergeben (Geldstrafe), damit ihm eine Lektion erteilt wird und nicht dem Athleten, der/die monatelang an einer einzigen Deutschen Meisterschaft im Jahrkämpft. 

Auch wurden viele Missverständnisse und Nichtswisser an Personen an der Wettkampfstätte übertragen/eingesetzt. Beim Ballwurf der U8 und U10 konnte man nur den Kopf schütteln. Hier wurden die Athleten reihenweise hintereinander aufgestellt und sie mussten ohne Anlauf werfen. Wer macht das heutzutage? Das ist wie eine Abfertigung, wo man hopp hopp hopp ausführt. Im Wurf steht jedem Frei zur Verfügung, ob man ohne Anlauf oder mit 3er Anlauf oder langer Ablauf werfen will. Dieser Wettkampf ist nicht korrekt abgelaufen. Ebenso wollte man bei den u8-Kinder im 400m Lauf jedes Kind auf die einzelnen Bahnen versetzen. Erst durch meine Aufmerksamkeit wurde dies anders gestartet und ein Betreuer etwas weiter weg vom Startfeld für das einreihen auf der inneren Bahn angewiesen.

  

 

Höhepunkt aber war die Sprints. Man verlangte von U8 und u10 Sprints aus dem Startblock. In diesen Altersklassen dürfen die Kinder starten wie sie wollen. Hoch- oder Tiefstart. Also musste der Startblock weg, was auch erst durch meine Aufmerksamkeit erfolgte. Schlecht war dagegen, dass es keine Lichtsignalanlage für den Startschuss gab. Die Kinder waren alle Gehörlos und wussten nicht, wann gestartet wurde. Das „auf die Plätze“ vom Starter wurde gar nicht bemerkt bzw. war nicht deutlich genug – ebenso „fertig“…lediglich der Startschuss erschreckte und die Kinder starteten zu spät los, was natürlich auch an den Zeiten bemerkbar war. Hier hätte der DGS einspringen müssen und eine Startklappe einsetzen müssen.

Fazit: Es war die schlechteste Meisterschaft überhaupt. In Zukunft muss es besser gemacht werden.

Die nächste Meisterschaft –Hallenmeisterschaft – soll nächstes Jahr in Hamburg stattfinden. Nun heißt es weiter intensiv zu trainieren.

(KaHo)

 

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